Bäm! Resümee nach einem Jahr Selbstständigkeit

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Vor etwas mehr als einem Jahr ging es los mit Medienkonfetti und seitdem fragen mich immer wieder Freunde und Bekannte, wie es denn so ist und wie es läuft und wie es mir damit geht. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um einen Rückblick zu wagen auf die Dinge, die ich in den vergangenen zwölf Monaten gelernt habe. Das waren nämlich eine ganze Menge.

Es tut nicht weh. In meiner Vorstellung war das Mysterium Selbstständigkeit ein unfassbar komplexes, mühseliges und anstrengendes Gebilde. Ich hab mich von Amt zu Amt rennen und Formulare ausfüllen gesehen. Letztendlich war es wirklich nicht so tragisch. Gewerbeschein checken und los gehts. Also so ähnlich. Mit einem guten Steuerberater an der Seite und Immunität gegenüber Warteschleifenmusik sind einige Dinge viel einfacher.

Partners in crime. Zu zweit macht es mehr Spaß als alleine. Nicht nur, weil man sich austauschen und die Arbeit aufteilen kann, sondern weil man auch in schwierigen Momenten weiß, dass die andere Ruhe bewahren wird, wenn man selbst ausflippt. Und umgekehrt. Manchmal ist es erstaunlich, wie sich die Rollenverteilung ändern kann, je nach Thema. Dankbar bin ich auch für Uschis Art, meinen manchmal ausufernden, inneren Monk einfach zu ignorieren und mir damit den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Schritt für Schritt. Natürlich ist es gut, einen Plan zu haben. In meinem Fall: Weltherrschaft, harhar! Aber es ist auch gut, einen Schritt nach dem anderen zu machen, um manche Risiken zu vermeiden. Deshalb haben Uschi und ich zum Beispiel auch kein Büro: weil es laufende Kosten verursachen würde, die wir für den Start einfach nicht aufbringen konnten und wollten. Wenn der Zeitpunkt und die Umstände passen, werden wir uns schon noch ein Büro zulegen. Und danach kommt dann gleich die Weltherrschaft.

Nein sagen. Eine schwierige Sache, die man erstmal lernen muss. Es lohnt sich aber (in allen Lebensbereichen!). Man muss nicht jeden Auftrag annehmen, Urlaube verschieben oder regelmäßig nachts durcharbeiten, weil es erwartet wird. Die eigenen Grenzen zu kennen und im Fall der Fälle Nein sagen zu können, ist sehr wichtig.

Reden wir übers Geld. Gehalt verhandeln, Rabatt fordern, Preis drücken – ich war wirklich schlecht bei diesen Sachen. In dem Bereich hab ich im letzten Jahr sehr viel dazugelernt. Das Ding ist nämlich: Man muss manchmal wegen einer Rechnung nachhaken und darauf bestehen, dass sie umgehend bezahlt wird. Man muss argumentieren, warum der Stundensatz eine gewisse Höhe hat und man es nicht für die Hälfte macht, auch wenn das Projekt ein feines ist. Das ist nicht immer angenehm, muss aber sein.

Arbeit und Freizeit trennen. Noch so eine Sache, die mir lange schwer gefallen ist. Manchmal sitzt man im Pyjama mit dem Laptop auf der Couch und werkelt. Manchmal schmust man lieber mit der Katze, als zu arbeiten. Dann muss mal ein Wochenende herhalten, damit Dinge erledigt werden können. Es ist nicht so einfach, da eine gute Balance zu finden und die unterschiedlichen Lebensbereiche zu trennen. Ich hab es mir mittlerweile angewöhnt, zwar zu Hause zu arbeiten, mich aber trotzdem so anzuziehen und fertig zu machen, als würde ich die Wohnung verlassen. Türe zu, Katze aus dem Zimmer aussperren, Laptop an und los geht’s. Die Couch und das Bett bleiben arbeitsfreie Zonen.

An den Herausforderungen wachsen. Natürlich gibt es die Momente, in denen man schreiend im Kreis läuft. Aber man kann viel mehr, als man sich zutrauen würde. Schluss mit der chronischen Selbstunterschätzung!

Gut fürs Ego. Man bekommt so viel Schönes zurück für all die Arbeit. Menschen, die sich melden, weil zufriedene Kunden einen weiterempfohlen haben. Eine herzerwärmende Kundenmail nach einem erfolgreichen gemeinsamen Termin. Das obligatorische Glas Sekt mit Uschi, wenn wir einen neuen Auftrag bekommen haben. Das möchte ich alles nicht missen.

Einfach machen. Ich hab mir generell vorgenommen, nicht mehr so ängstlich zu sein und wegen jeder Kleinigkeit Bedenken zu haben. Die Entscheidung für Medienkonfetti im vergangenen Jahr war insofern die beste, die ich treffen konnte.

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Foto: Raimund Appel

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