Going nowhere

Going nowhere

Achtung, Sentimentalitäts-Alarm. Ja, es erfüllt mich mit Wehmut, nach fast zwei Jahren Chefredaktion von mokant.at meinen Platz jemand anderem abzutreten. Aber natürlich bin ich auch stolz auf das, was ich mit meinen Kollegen Julia und Stefan zustande gebracht habe und natürlich auch auf das neue Team, das sich so voller Elan und Ehrgeiz ans Werk macht, um das Magazin weiterzuführen.

Ich bin von einigen Leuten angesprochen worden, warum diese Entscheidung gefallen ist – mit Erstaunen, ja sogar Entsetzen haben Mitmenschen reagiert und gedacht, es hätte Streitereien gegeben oder ich hätte einfach keine Lust mehr und würde gar ganz aussteigen aus dem Projekt. Nichts davon ist richtig, und ich möchte ein paar Zeilen dazu nutzen, mich zu erklären.

1. Es war immer der Plan, die Chefredaktion früher oder später abzugeben. Zu dritt hatten wir bisher ungefähr siebenunddreißig Jobdescriptions, von Chefredakteurin bis zum Personalmanager. Wir waren Herausgeber, Management und Redaktionsleitung in einem. Das wird auf Dauer zu viel, und das war uns von Anfang an klar. Vor zwei Jahren gab es einfach nicht genügend Redaktionsmitglieder bei mokant.at, die die nötige Erfahrung und das Wissen aufbrachten, um derartige Verantwortungen zu übernehmen. Das hat sich mittlerweile geändert und wir konnten guten Gewissens die Leitung der Redaktion abgeben.

2. Ich hatte, spätestens seit meiner Vollzeit-Beschäftigung bei vi knallgrau, einen unglaublichen Workload: 40 Stunden Agenturarbeit, daneben noch die Magisterarbeit und mokant.at Man darf sich mokant.at nicht als lose agierendes Konstrukt vorstellen, ganz im Gegenteil: es gibt wöchentliche Sitzungen und Protokolle, intensive Gespräche, Diskussionen, Management-Aufgaben und Vereinszeug, das erledigt werden will, ganz abgesehen von der Planung des Magazins und dem Schreiben von Artikeln. Dass das auf Dauer nicht möglich sein wird, war klar. Die Situation meiner Chefredaktions-Kollegen war sehr ähnlich; gegen Ende des vergangenen Jahres hat sich abgezeichnet, dass jetzt einfach ein guter Zeitpunkt wäre, um die Verantwortung abzugeben.

3. Ich habe mich, genau wie meine Kollegen, sicherlich nicht ausgeklinkt und bin in mokant-Pension – ganz im Gegenteil: wir konzentrieren uns auf die Dinge, die wir bewältigen können und die uns großen Spaß machen: die Vereinsarbeit und das Management, Bereiche, die in der Vergangenheit leider zu kurz gekommen sind. Dazu gehören die Suche nach einem Büro, Kooperationen, Pressearbeit, Social Media, Personalbetreuung, technische Entwicklungen und vieles mehr.

Ich bin keineswegs müde und habe sicher nicht genug von mokant, dafür hängt das Herz viel zu sehr dran. Ab sofort darf ich das Magazin als Leserin wahrnehmen, Artikel lesen, ohne sie zu redigieren, und mich auf kommende Themenfelder auf der Seite freuen. Ich bin gespannt.

 

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